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Vereinsrunde im Eggetal: Gemeinsam Ideen entwickeln und Zukunft planen

Volles Haus, viele Ideen und jede Menge Austausch: Beim großen Vereinstreffen der Dorfgemeinschaft „Wir im Eggetal“ im Hotel-Restaurant Lindenhof wurde deutlich, wie viel Bewegung aktuell im Eggetal steckt. Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Vereine, Gruppen, Institutionen und der Politik kamen zusammen, um über Entwicklungen in Börninghausen und der Region zu sprechen – und vor allem darüber, wie man gemeinsam etwas bewegen kann.

Eröffnet wurde der Abend vom Vereinsvorsitzenden Uwe Böttcher, bevor Geschäftsführer Jürgen Nenneker die Moderation übernahm und durch ein abwechslungsreiches Programm führte.

Infos über die neue Waldschule

Gleich zu Beginn ging es hoch hinaus – beziehungsweise mitten hinein in den Wald. Ilka Gülker und Heidi Freudenstein stellten die neue Waldschule auf dem Limberg vor. Dort sollen Kinder künftig Natur nicht nur aus Büchern kennenlernen, sondern direkt erleben: den Wald riechen, Tiere entdecken, Pflanzen verstehen und ökologische Zusammenhänge praktisch erfahren. Die Waldschule soll ein Lernort für alle Kinder sein – ein alternatives Konzept zu bestehenden Grundschulen ohne Konkurrenz, eine Schule mit gleichen Lerninhalten wie eine herkömmliche Schule, aber in anderer Umgebung. Wie die beiden berichten, soll es keine „Elite-Schule“ werden; Kinder können nach dem Besuch der Waldschule ganz normal auf eine weiterführende Schule gehen. Noch steht die Genehmigung der Bezirksregierung aus. Wenn diese erteilt ist, könnte ein Schulstart im September möglich sein.

Ilka Gülker (l.) und Heidi Freudenstein berichteten über die Waldschule im ehemaligen Gasthaus am Limberg.

Dass sich Börninghausen bei jungen Familien weiterhin großer Beliebtheit erfreut, machte anschließend Kita-Leiterin Andrea Schlottmann deutlich. Trotz kritischer Worte zum neuen Kibiz-Gesetz, das Kitas zunehmend unter Druck setze, konnte sie auch viele positive Nachrichten mitbringen. Bis zu 45 Kinder werden inzwischen in der Börninghauser Kita betreut – Tendenz stabil. Besonders stolz sei man auf das Team: „Alle halten hier richtig zur Stange“, sagte Schlottmann. Die geringe Krankheitsquote und der starke Zusammenhalt seien heutzutage alles andere als selbstverständlich.

Auch die Kirche hat einiges vor. Pastorin Hilke Vollert berichtete von zahlreichen Veranstaltungen und neuen Angeboten. Besonders freute sie sich über den neuen Jugendreferenten Lucas Liebske. Der 33-Jährige bringt frischen Wind mit: Er kocht mit Kindern, organisiert Angebote für Jugendliche und wird im Sommer sogar selbst in der Börninghauser Kirche heiraten. Ein besonderes Highlight für Familien wird außerdem ein Kinderkonzert rund um Astrid Lindgren sein.

Wie wichtig Begegnung im Dorf ist, zeigte sich auch bei den Berichten über den beliebten Suppentreff und den Kaffeeklatsch. Bis zu 50 Menschen kommen regelmäßig zusammen, essen gemeinsam oder genießen Kaffee und Kuchen aus dem Dorfladen von Karola Weber.

WM-Studio startet wieder

Sportlich wurde es anschließend beim Bericht des SVE Börninghausen. Der 1. Vorsitzende Frank Wübker blickte auf das WM-Studio, das ab dem 14. Juni als Public-Viewing-Hotspot im Stadtgebiet an den Start geht. „Wenn Wetter und Leistung passen, könnte das wieder ein großer Spaß werden“, sagte Wübker mit einem Schmunzeln.

Großen Applaus gab es für den Dorfzirkus Maluna Kunterbunt. Der Zirkus wird in diesem Jahr nicht nur beim Landes-Turnfest in Hamm auftreten, sondern sogar beim Sommerfest des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im September in Bonn. Für viele im Saal ein echter Gänsehautmoment – und ein starkes Zeichen dafür, was auch in kleinen Dörfern entstehen kann.

Beim Heimatverein blickte man zufrieden auf das 1.-Mai-Fest zurück. Rund 350 Besucher kamen bei bestem Wetter zusammen. Besonders die Wiedereröffnung des Minigolfs durch Sven Dobrick sorgte für große Freude. Kein Wunder: Der Platz feiert in diesem Jahr bereits sein 50-jähriges Bestehen. Monique Kreimer in ihrer Funktion als Heimatvereins-Vorsitzende freute sich sichtbar über die positive Entwicklung. Außerdem sind weitere Veranstaltungen geplant – darunter ein Straßenkegeln am 12. September und das beliebte Disco-Bingo im Oktober. „Das ist total witzig und macht einfach Spaß“, hieß es aus den Reihen der Organisatoren.

Auch der Verein zum Erhalt der Burgruine Limberg zeigte, dass dort einiges passiert. Vorsitzender und Pr. Oldendorfs Bürgermeister Marko Steiner berichtete von einer Verjüngung des Vorstands. Gemeinsam mit Sebastian Schröder arbeitet der Verein daran, die Burgruine moderner und barriereärmer aufzustellen. So sollen Besucher künftig per QR-Code Informationen sogar in Gebärdensprache abrufen können. Gleichzeitig steht die Sanierung der Treppe am Limberg an – ein großes und teures Projekt.

Politik aus dem Eggetal

Etwas ernster wurde es bei Holger Petersmann, UEB-Mitglied. Er erinnerte an den plötzlichen Tod des Fraktionsvorsitzenden der UEB, Bernd Lömker, kurz vor Weihnachten. „Das hat eine Lücke gerissen, die sich nicht so einfach schließen lässt“, sagte Petersmann. Gleichzeitig sprach er offen über die schwierige finanzielle Lage der Kommunen. Haushaltssicherung bedeute vor allem eines: sparen – und zwar meist bei freiwilligen Angeboten.

Ähnlich formulierte es auch Ulrich Beckmann (CDU). In seiner zweiten Funktion als Vorsitzender der Jägerschaft machte er außerdem auf Wildunfälle aufmerksam. Besonders im Bereich Gröchten und an der Bünder Straße sollen neue Warnschilder aufgestellt werden.

Vertreten waren außerdem die Feuerwehr mit Markus Vortmeyer, die Landfrauen mit Angelika Becker, die Grötchenhütte sowie das Kleeblatt-Team mit Bernd Hildebrandt und Tizian Hildebrandt

Geschäftsführer Jürgen Nenneker moderierte den Abend im Hotel-Restaurant Lindenhof.

Zum Abschluss ging der Blick noch einmal nach vorne. Geschäftsführer Jürgen Nenneker stellte die aktuellen Aktivitäten der Dorfgemeinschaft vor und sammelte gemeinsam mit den Anwesenden neue Ideen für die Zukunft. Im Raum stehen unter anderem ein Kinderkino fürs Dorf und Projekte, um den jungen Menschen im Tal eine Stimme zu geben. Dazu wird Pressesprecher Noah Brümmelhorst auf die Vereine zugehen. Geplant ist eine öffentliche Aktion mit Kindern aus dem Eggetal und einer abschließenden Veranstaltung. Außerdem hat die Dorfgemeinschaft einen Förderantrag über 20.000 Euro beim Kreis Minden-Lübbecke gestellt, um den Dorfplatz an der Kirche neu zu gestalten. Eine Rückmeldung dazu steht noch aus. 

Am Ende des Abends blieb vor allem ein Eindruck hängen: Im Eggetal wird nicht nur geredet – hier wird angepackt.

  

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